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Tagebuch eines Wahnsinnigen
(nach) Nikolai W. Gogol

Regie: Irmtraud Günzler
Tournee Deutschland
1992


Irmtraud Günzler erarbeitet mit Ulrich Thon das »Tagebuch eines Wahnsinnigen« aus den Petersburger Novellen von Gogol als Ein-Personen-Stück.



Das »Tagebuch eines Wahnsinnigen« zeigt in Form von sporadisch stattfindenden Aufzeichnungen die Erlebniswelt des niederen, pedantischen Beamten Poprischtschin aus St. Petersburg. Von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt, beseelt vom Wunsch nach Wärme und Anerkennung, versucht er durch Flüchten in eine fiktive Welt, den behördlichen und gesellschaftlichen Zwängen zu entfliehen. Poprischtschin zerbricht an seinen eigenen Wunschbildern, wird von Selbsttäuschung und unerfüllbaren Sehnsüchten in den Wahnsinn getrieben. Mit satirischer Schärfe zeichnet Gogol das Bild einer Gesellschaft, deren Sehnsüchte und Ideale allzu oft den platten Lächerlichkeiten dieser Welt zum Opfer fallen.
Auf der Strecke bleiben dabei die Unbeachteten, die Namenlosen, die Einsamen.


Hintergründe zu unserer Arbeit an »Tagebuch eines Wahnsinnigen«

In einem kleinen Theater in einer Garage in Ludwigshafen hatte ich zum ersten Mal eine Umsetzung der Gogolschen Erzählung gesehen, als ich etwa siebzehn Jahre alt war, und war sofort „Feuer und Flamme“ für das Stück. Eigentlich wollte ich es im Jahr darauf selber auf die Bühne bringen, entschied mich dann jedoch für die »Ansichten eines Clowns«. So trug ich diesen Stoff noch lange mit mir herum, bis ich ihn adäquat realisieren konnte. Auf der Suche nach einem Proberaum lernte ich in Bremen im Kulturzentrum »Westend« Irmtraud Günzler kennen, die dort als Theaterpädagogin mehrere Projekte leitete. Sie erklärte sich bereit, mit mir den zum Teil sperrigen Stoff auf die Bühne zu stellen. Mit sehr ausgefeilten Lichtstimmungen, einem extra angefertigten Kostüm nach meinen Vorstellungen und Musik von Torsten Brandes, entstand eine anspruchsvolle Umsetzung der Novelle.
An einem staatlichen Theater wäre der Inszenierung gewiss eine angemessene Spielzeit vergönnt gewesen. Für den freien Markt war sie nicht humoresk genug. Ich war dankbar für diverse Russisch-Kurse, die mein Stammpublikum bildeten, musste jedoch schließlich einsehen, das ich mit den Comedy–Programmen auf Deutschlands Kleikunstbühnen nicht konkurrieren konnte. So war mir zwar nur eine recht kurze Veranstaltungsreihe mit dem Gogol-Stück beschieden, es wäre jedoch unverzeihlich gewesen, dieses Kind nicht ans Licht der Welt zu heben. Ich hatte mir einen Jugendtraum erfüllt und war um eine spielerische Erfahrung reicher.


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