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Damals war es Friedrich

SZ Sebaldsbrück
Bremen
1993


Gelebter Deutschunterricht mit drei siebten Klassen des Schul-Zentrums Sebaldsbrück in Bremen. Ein ambivalentes Experiment in einer überwiegend frustrierten Lehrerschaft mit sozial entwurzelten Jugendlichen, die plötzlich ganz neue Qualitäten zeigten.

In dem mehrfach preisgekrönten Jugendroman geht es um einen jüdischen und einen deutschen Jungen, die allen Widerständen zum Trotz versuchen, an ihrer Freundschaft festzuhalten. Schließlich bringen sie zunehmend sich und andere in Gefahr, sehen sich mehr und mehr mit der hilflosen Angst der Erwachsenen konfrontiert und sind alleine nicht mehr in der Lage die Katastrophe aufzuhalten der sie zwangsläufig entgegen streben.


Hintergründe unserer Arbeit an »Damals war es Friedrich«

Das Schul-Zentrum Sebaldsbrück ist einer dieser Schulklötze, die auf dem Zeichenbrett vielleicht noch erträglich und chic erscheinen, aber schneller zu verfallen scheinen, als sie aufgebaut sind. Hier begreift man, wie sehr Bauwerke prägen können.
Hier versuchte eine gute Freundin von mir als engagierte Deutschlehrerin, dieser greifbaren Gesamtstimmung mit ihrem Unterricht etwas entgegenzustellen. Sie war streng, weil sie etwas für die Schüler wollte und die Schüler spürten das. So hatte sie in einer durchaus schwierigen Schülerklientel eine nicht übersehbare Anhängerschaft.
Im aktuellen Fall ging es ihr darum, nicht zum erneuten Mal eine Pflichtlektüre im Unterricht durchzukauen, sondern den SchülerInnen dreier siebter Klassen die Auseinandersetzung in der Erarbeitung eines Theaterstückes anzubieten.
Das Stück, das um die Freundschaft zweier Jungen im Dritten Reich geht, von denen der eine Jude und der andere Deutscher ist, passte im Grunde gut in die Schule, die vorwiegend von Schülern aller Herren Länder besucht wurde.
Die Jugendlichen kamen mit einer Unmenge von Problemen zu Probe. Einmal waren es die Verhältnisse zu Hause, ein andern Mal Probleme in der Schule, oder einfach Liebeskummer.
Wir hatten den Text zusammen und fast immer auf die Schüler zugeschrieben. Die größten Probleme bereiteten mir aber die Lehrer, die während der Proben störend durch die Aula gingen.
Als ein Lehrer auf die Bühne rief: „Du schaffst es doch eh nicht!“, hatte ich schließlich genug, weil diese Attacken die Proben immer wieder runterzogen, auch wenn die Schüler uns beiden vertrauten.

Ich ging in die Konferenz und drohte die Probe abzubrechen, daraufhin ließen die Störmanöver frustrierter Lehrer nach.
Für die Schüler und Schule war das Resultat sicher ein Erfolgserlebnis und eine ungewohnte, wie wertvolle (Erfahrung und) Ergänzung ihres Deutschunterrichtes.


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