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Das Dschungelbuch
Musical nach Kiepling

Rollen: Bagheera, Affenkönig, Geier
Regie: Christian Berg
Musik: Konstantin Wecker
Cuxhaven
2002/2003


Für das »Dschungelbuch« hatte Konstantin Wecker eine wunderbare Musik erarbeitet, Jens Fischer hatte sie großartig arrangiert. Tanja Schünemann hatte wie immer wundervolle Kostüme realisiert und sehr kunstvolle Masken für die Tiere hergestellt. Die Proben waren schön und intensiv.
In einem traumhaften Bühnenbild, zunächst im Zirkuszelt bei 60 Grad, erlebte das Stück seine Premiere.

Gefunden vom weisen Panther Bagheera, wächst das in der Wildnis ausgesetzte Menschenkind Mogli sorglos bei einer Wolfsfamilie auf. Als sich eines Tages die Nachricht von der Rückkehr des menschenfressenden Tigers Shir Khan wie ein Lauffeuer verbreitet, machen sich alle große Sorgen um Mogli, denn sie haben das fröhliche Menschenkind richtig liebgewonnen. Es wird beschlossen, Mogli in die weit entfernte Menschensiedlung in Sicherheit zu bringen. Bagheera soll ihn dorthin begleiten – doch Mogli denkt erstmal nicht im Traum daran, seinen geliebten Dschungel zu verlassen. Ein spannendes und lustiges Abenteuer beginnt – mit dem lebensfrohen Bären Balu, dem swingenden Affentanz von King Louie, einer pompösen Elefantenparade, singenden Geiern und der hypnotischen Schlange Kaa. Doch als Balu seinen kleinen Menschenfreund nur in letzter Sekunde vor Shir Khan retten kann, muss Mogli einsehen, dass er im Dschungel nicht nur Freunde hat. Und vielleicht könnte es ihm in der Menschensiedlung doch gefallen, denn beim ersten, zaghaften Blick aus sicherer Entfernung hat er ein Mädchen entdeckt, mit dem er sich nur zu gerne anfreunden würde ...


Hintergründe zu unserer Arbeit an »Das Dschungelbuch«

Auch fürs »Dschungelbuch« fragten mich die Kollegen, die Christian Berg treu geblieben waren. Die wirtschaftlichen Bedingungen sahen gut aus und ich brauchte das Geld. Mittlerweile denke ich in vergleichbaren Situationen dreimal mehr über Anfragen nach – man kann schließlich auch anders Geld verdienen.
Für das »Dschungelbuch« hatte Konstantin Wecker eine wunderbare Musik erarbeitet, Jens Fischer hatte sie großartig arrangiert. Tanja Schünemann hatte wie immer wundervolle Kostüme realisiert und sehr kunstvolle Masken für die Tiere hergestellt. Die Proben waren schön und intensiv. Ich werde nie vergessen, wie ich am König der Affen scheiterte und Christian Berg mir vorspielte wie er es sich vorstellte. Es war das erste und einzige Mal, dass ich seine Professionalität gut und überzeugend erlebte und ich bedauerte, dass er sie nicht immer nutzte.


Konstantin Wecker, Jens Fischer

In einem traumhaften Bühnenbild, zunächst im Zirkuszelt bei 60 Grad, erlebte das Stück seine Premiere. Für mich war es – und ist es bis heute – das beste Stück, was Christian Berg auf die Bühne brachte.
Trotz aller Liebe zu Masken war das »Dschungelbuch« auch das körperlich anstrengendste Musical – zumindest für mich. Sprünge, Tänze und Singen unter wechselnden, atemraubenden Masken, brachten mich besonders bei Doppelt- oder Dreifachshows an die erfüllbaren Grenzen. Ich werde die Szenerie zwischen den Shows nie vergessen, in denen wir die klitschnassen Kostüme anbehielten, damit sie nicht auskühlten und mit den Köpfen auf den Tischen im Catering schliefen, weil wir vollkommen erschöpft waren. Unsere Kostüme entsprachen schon rasch der Geruchsnote unserer artverwandten Brüder aus dem Zoo. Trotz alle dem war dies die schönste Tournee in Zusammenarbeit mit Christian Berg.
Im Tempodrom sprang ich als Bagheera in die Kulissen und riss mir das Ohr auf. Glücklicherweise konnte ich meine Kollegin Henriette Grawwert noch im Dunkeln vor meinem blutverschmierten Anblick warnen und spielte die Shows unter Betreuung eines Arztes und vier Sanitätern weiter. (Es war ein Alptraum. Vor allem, weil das Nähen mehr Komplikationen mit sich brachte, als ich erwartet hatte).
Der zweite Unfall – gleiche Rolle, gleiche Szene – ereignete sich in Minden, wo ich ins Bühnenbild sprang und es auf acht Metern Breite um dreißig Centimeter verschob. Ich hatte sicher selten solche Schmerzen. Christian Berg erklärte mir, wie viel Geld verloren gehen würde, wenn ich ausstieg. Der Druck war nicht subtil, sondern brutal. Ich spielte getaped und unter Schmerzmitteln zehn Tage weiter, bis mein Bein von der Hüfte bis zu den Zehen blau war („Wenn es blau ist, ist es auf dem Weg der Besserung“, so Berg).
In Bückeburg klappte ich zusammen, wurde den kommenden Morgen operiert, und erfuhr erst drei Tage später, dass man darüber diskutiert hatte, mein Bein ganz abzunehmen. An dieser Stelle noch mal tausend Dank an Diether Roseland (Chirurg) der mein Bein gerettet hat. Die Zeit im Rollstuhl, die ersten Gehversuche, die Zeit in der Rehabilitation, gaben mir Zeit, vieles zu überdenken.
In der Folge trennten sich die Wege von Christian Berg und mir für immer.

Bei allen negativen Erlebnissen war dies sicher ein unglaublich wichtiger Punkt in meiner Biographie, was die Auseinandersetzung mit Geld, Ruhm, Erfolg und Erpressung betraf.
An erster Stelle der Mensch! und keine Kompromisse mehr – für kein Geld der Welt.


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