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le clown
von und mit Andrej Jigalov

Konzeption und Co-Regie
Auftrag: GOP – Entertainment-Group
München
2009


» Video auf You-Tube

Für »le clown« übernimmt Ulrich Thon die Co-Regie mit dem legendären russischen Ausnahme-Clown Andrej Jigalov. Über die Arbeit hinaus, finden die beiden unzählige gemeinsame Verbindungspunkte, die ihnen bald wesentlicher waren als die verbindende Arbeit.

»le clown« erzählt die Geschichte eines liebenswert-skurrilen Clowns! Schräg, verrückt und einfach zum Verlieben wandelt der Ausnahme-Clown Andrey Jigalov durch seine ganz eigene Welt der Ungeschicklichkeiten, um am Ende doch sein Ziel zu erreichen. Sein Zusammentreffen mit großartigen Artisten macht diese Produktion zu einem wahrhaft einzigartigen, liebenswert-poetischen und zugleich urkomischen und höchst berührenden Erlebnis.


Hintergründe zu unserer Arbeit an »le clown«

Die Produktion mit dem russischen Ausnahme-Clown Andrej Jigalov sollte von Beginn an einen besonderen Wert für mich bekommen. Da Andrej selbst auf der Bühne stand, wurde ich als Auge von außen benötigt, als Co-Regisseur.
Ich traf ihn das erste Mal in Berlin auf dem Kudamm in einem Straßenkaffee und es schüttete „gotterbärmlich“. Es war schon damals ein sehr „nahes“ Treffen, kein Show-Arbeits–Meeting in dem es darum ging Artisten in Zeitabläufe einzupflegen. Andrej Jigalov versucht als Clown nicht originell zu sein, sondern er untersucht den Alltag mit kindlichem Staunen auf seine Originalität hin und setzt sie als Erwachsener in einer Weise grotesk um, die gerade davon lebt, dass er es eben als Erwachsener tut. Seine große Hose, sein zu enges Jackett, seine unnachahmliche Mimik und Bewegungsweise erinnern auch verblüffend an ein Kind, was mit energischer Neugier und Naivität die Welt zu erobern sucht und treffend wie kritisch zu spiegeln weiß. Und damit erobert Jigalov im Flug die Herzen der Zuschauer. Seine Figur erklärt er anhand eines kleinen Repertoires an klaren Gesten und ist so auch ohne Zuhilfenahme von Sprache weltweit zu verstehen.
Nach unserem Treffen in Berlin verging eine lange Zeit bis wir uns wieder sahen. Andrej hatte eine absolut klare ausgefeilte Vorstellung von der Szenerie, in der sein Stück spielen sollte. Er wünschte sich ein kleines Pariser Café, von dem sich die Geschichte entwickeln sollte. Da nun aber einige Produktionen des GOP-Varietés bereits in ähnlichen Räumen inszeniert worden waren, änderten wir die Pläne und ließen das Ganze in einem in die Jahre gekommenen Pariser Theater spielen. Das sich Andrej Jigalov zunächst sträubte, seine Idee umzukehren, lag gewiss nicht an Eitelkeit, sondern daran, dass er haargenau wusste was er wollte und ihm die Entscheidung für den Innenraum zu sehr an Äußerlichkeiten orientiert erschien.

Ich machte meine Russlandreise und wir trafen uns in Paderborn wieder. Es wurde ein sehr langer, sehr schöner beschenkender Tag unter Platanen in einem Biergarten. Um den letzten Zug zu bekommen, mussten wir uns schließlich trennen, und wir trennten uns als Freunde. Wir hatten uns viel über Russland, die Kulturunterschiede, über Mentalitätsfragen und vor allem über Sehnsüchte der Menschen hier als auch dort ausgetauscht. Die von Menschen hungern nach Poesie, nach Nähe und Herz. Ich denke, dies unterschrieb die Quintessenz unseres Gesprächs und den Ansatz vom dem wir unsere Arbeit ausgehen lassen wollten. Die Show sollte näher ans Theater, etwas weg sinnüberfluteter Unterhaltung. Etwas wie eine kleine poetische Oase im Show- Betrieb zu erschaffen, schwebte uns vor.

Auch in seinem Bestreben, sämtliche Musiken aufeinander abzustimmen, also die bestehenden Musiken der Einzelnummern zu ändern (einem absoluten No-go im Varieté) sprach mir Jigalov aus dem Herzen.
„Im Kern wollten wir Faust: Im Mittelpunkt den Menschen, in seinem Streben, Lieben, Scheitern und Vergeben“
Der Probenbeginn sollte überschattet werden von einem Unfall eines Kanadischen Artisten, für den zwei sehr herzliche und komödiantische und spielerisch talentierte Südafrikaner mit ihren Strapaten und Hand-auf-Hand-Nummer einsprangen. Für mich war »le clown« lange vor den Proben präsent, da das Bühnenbild in meiner viel zu kleinen Wohnung entstand und zeitweisen die Räume unzugänglich machte. »le clown« sollte eine wunderschöne poetische Varieté-Show werden die zunächst von Essen nach München und dann nach Münster weiterzog.
Die Begegnung mit Andrej Jigalov und Ensemble mit nächtelangen Gesprächen über Tschechow, Gogol, Böll und den Sinn des Lebens, sollten jedoch über die Arbeit hinaus für mich das eigentliche Beschenkende an »le clown« werden.


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