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Das Tagebuch der Anne Frank
(nach) Anne Frank

Rolle: Herr Frank
Regie: K. Wobbe
Schnürschuh-Theaterhaus, Bremen
1998/1999/2000


In Jugoslavien tobte ein unmenschlicher Krieg, als ich am Schnürschuh Theaterhaus für die Rolle des Vaters von Anne Frank zusagte. Diese Tatsache brachte mich über zwei Jahre, die ich das Stück dort spielte in einen inneren Konflikt, dem ich viel zu spät aktiv begegnete.

Während sie 25 Monate mit den Eltern, der Schwester Margot und vier weiteren Juden in einem Versteck zusammengepfercht war, führte Anne Frank ein Tagebuch. Die letzte Eintragung stammt vom 1. August 1944. Drei Tage später wurden die Untergetauchten entdeckt, festgenommen und nach Auschwitz deportiert.
»Das Tagebuch der Anne Frank« ist ein ergreifendes Dokument über das Schicksal einer von den Nationalsozialisten verfolgten Familie, aus dem wir zugleich einiges über das Seelenleben eines klugen, frühreifen und sensiblen Mädchens in der Pubertät erfahren.

Am Freitag wurde ich schon um 6 Uhr wach. Das war begreiflich, denn ich hatte Geburtstag. Aber so früh durfte ich nicht aufstehen und musste meine Neugier noch bezähmen bis dreiviertel sieben. Dann hielt ich es aber nicht mehr länger aus. Ich lief ins Esszimmer, wo Mohrchen, unser kleiner Kater, mich mit heftigen Liebkosungen begrüßte. Nach sieben Uhr ging ich zu den Eltern und dann mit ihnen ins Wohnzimmer, um meine Geschenke anzusehen und auszupacken. Dich, mein Tagebuch, sah ich zuerst, und das war sicher das schönste Geschenk [...]”


Hintergründe zu unserer Arbeit an »Das Tagebuch der Anne Frank«

In Jugoslavien tobte ein unmenschlicher Krieg, als ich am Schnürschuh Theaterhaus für die Rolle des Vaters von Anne Frank zusagte. Diese Tatsache brachte mich über zwei Jahre, die ich das Stück dort spielte, in einen inneren Konflikt, dem ich viel zu spät aktiv begegnete. Aus heutiger Sicht ist die Auseinandersetzung mit der Biographie von Anne Frank für mich vor allem ein Aufruf zu schauen, welche Menschen heute, jetzt, ähnliche Situationen durchleben müssen.
Für das Schnürschuh Theaterhaus war die Auswahl des Stücks zweifellos ein Glücksgriff, da ganze Schulen anreisten und man noch viel mehr Aufführungen hätte anbieten können. Aber der harte Kern des Theaters ruhte sich in keinster Weise darauf aus, und organisierte in großartiger und in jedem Fall vorbildlicher Weise Begleitveranstaltungen zum Thema. Dafür gebührt den Machern Respekt.
Nach zwei Jahren stieg ich aus und die ersten Skizzen zu »Tag ohne Ende« entstanden in meinen Notizbüchern, bezugnehmend auf den Jugoslavienkonflikt.


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